Schadstoffanalytik · Schimmelpilzschäden

Schimmel hat immer
eine Ursache.

Schimmel in Innenräumen ist ein hygienisches Problem – auch dann, wenn noch niemand Beschwerden hat. Wir finden heraus, woher die Feuchte kommt, bewerten den Befall nach den Empfehlungen des Umweltbundesamts und zeigen, wie er dauerhaft verschwindet.

Fensterlaibung mit dunklen Schimmelflecken in der Ecke, Kondenswasser am Glas und Hygrometer auf der Fensterbank

Gut zu wissen

Feuchte und Schimmel kommen nach Angaben des Umweltbundesamts in etwa jeder fünften bis sechsten Wohnung in Deutschland vor. Wer früh handelt, verhindert, dass sich der Befall in Putz, Dämmung oder Möbeln festsetzt.

Wie Schimmel entsteht.

Schimmelpilzsporen sind überall in der Luft. Zum Problem werden sie erst, wenn drei Dinge zusammenkommen.

Bedingung 1

Feuchte

An der Oberfläche oder im Material. Schon eine dauerhaft hohe Luftfeuchte an kalten Stellen reicht aus.

Bedingung 2

Nährboden

Tapete, Kleister, Holz, Gipskarton, Staub oder Silikonfugen – organische Stoffe finden sich in jedem Raum.

Bedingung 3

Zeit

Bleibt eine Stelle über Tage oder Wochen feucht, beginnt das Wachstum. Deshalb ist die Ursache entscheidend, nicht der Fleck.

Die häufigsten Ursachen.

Oft wirken bauliche Schwachstellen und die Nutzung zusammen. Eine sachliche Ursachenklärung schützt vor falschen Maßnahmen – und vor vorschnellen Schuldzuweisungen.

Wärmebrücken

Tauwasser an kalten Flächen

Warme, feuchte Raumluft kühlt an Außenecken, Fensterlaibungen oder Rollladenkästen ab und schlägt sich nieder.

Nutzung

Zu wenig lüften und heizen

Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Atmen bringen täglich Liter an Wasser in die Raumluft. Ohne Luftwechsel bleibt es im Raum.

Nach Sanierung

Dichte Fenster ohne Lüftungskonzept

Nach einem Fenstertausch fehlt oft der natürliche Luftwechsel über undichte Fugen. Die Feuchte bleibt in der Wohnung.

Einrichtung

Möbel an Außenwänden

Hinter Schränken und Betten zirkuliert kaum Luft. Die Wand bleibt kalt und feucht – der Befall bleibt lange unbemerkt.

Leckage

Leitungswasserschäden

Undichte Leitungen, Anschlüsse oder Abdichtungen im Bad durchfeuchten Bauteile oft über lange Zeit unbemerkt.

Gebäudehülle

Eindringendes Regenwasser

Schäden an Dach, Fassade, Anschlüssen oder Fensterbänken leiten Wasser in die Konstruktion.

Keller und Sockel

Feuchte aus dem Boden

Fehlende oder alte Abdichtungen lassen Feuchte in Keller- und Sockelwände aufsteigen.

Baufeuchte

Neubau- und Sanierungsfeuchte

Estrich, Putz und Beton geben nach dem Einbau noch monatelang Wasser ab. Zu frühes Einrichten oder Tapezieren begünstigt Schimmel.

Mit dem Mikrowellen-Messsystem MOIST 350 B messen wir die Feuchte zerstörungsfrei bis zu 30 cm tief und können so unterscheiden, ob sie von der Oberfläche oder aus dem Bauteil kommt. Mehr zur Messtechnik ›

Wo Schimmel oft sitzt.

Nicht jeder Befall ist sichtbar. Ein muffiger Geruch kann ein Hinweis auf verdeckten Schimmel sein – etwa hinter Verkleidungen, unter Bodenbelägen oder in der Dämmung.

  • Außenwandecken, besonders in Schlafzimmern und Kinderzimmern
  • Fensterlaibungen, Fensterrahmen und Rollladenkästen
  • Hinter Schränken und Betten an Außenwänden
  • Silikonfugen und Wandflächen in Bad und Küche
  • Kellerwände und Kellerräume
  • Dachschrägen und Anschlüsse im Dachgeschoss
  • Unter Bodenbelägen und hinter Vorsatzschalen nach Wasserschäden

Was Schimmel für die Gesundheit bedeutet.

Schimmelpilze können unterschiedlich auf die Gesundheit wirken. Wie stark, hängt vor allem vom Immunsystem und der gesundheitlichen Situation der Betroffenen ab.

Häufig

Reizungen

Gereizte Augen, Nase, Rachen und Atemwege. Sie gehören zu den häufigsten Beschwerden.

Häufig

Allergien

Schimmelpilze können Sensibilisierungen, allergischen Schnupfen und Asthma auslösen oder verstärken.

Möglich

Geruch und Befindlichkeit

Muffiger Geruch, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme werden häufig berichtet.

Selten

Infektionen und Vergiftungen

Pilzinfektionen und toxische Wirkungen sind selten und betreffen vor allem stark immungeschwächte Menschen.

Besonders zu schützen.

Nach der medizinischen Leitlinie zur Schimmelpilzexposition in Innenräumen sollten vor allem diese Menschen jeden Kontakt mit Schimmel meiden – auch beim Entfernen.

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa nach Transplantation oder während einer Chemotherapie
  • Menschen mit Mukoviszidose
  • Menschen mit Asthma oder einer Schimmelpilzallergie

Bei anhaltenden Beschwerden lassen Sie diese bitte ärztlich abklären. Eine Messung im Gebäude kann zeigen, ob und wo Schimmel vorhanden ist – eine ärztliche Diagnose ersetzt sie nicht. Unabhängig von Beschwerden gilt: Schimmel im Innenraum sollte immer beseitigt werden.

Was Sie jetzt tun sollten.

Ruhe bewahren, die Ursache klären lassen – und nicht vorschnell sanieren.

Richtig

  • Befall mit Datum fotografieren, Größe notieren
  • Regelmäßig stoßlüften und alle Räume ausreichend heizen
  • Luftfeuchte mit einem Hygrometer beobachten – ideal sind 40 bis 60 %
  • Möbel einige Zentimeter von Außenwänden abrücken
  • Als Mieter den Vermieter zeitnah informieren
  • Ursache fachkundig klären lassen, bevor saniert wird

Lieber nicht

  • Befall trocken abbürsten oder abschleifen – das verteilt Sporen im Raum
  • Einfach überstreichen oder neu tapezieren
  • Beliebige Schimmelsprays oder Chlorreiniger in Wohnräumen einsetzen
  • Selbst sanieren, wenn die Fläche größer als etwa 0,5 m² ist oder tiefer ins Material reicht
  • Selbst Hand anlegen bei Allergie, Atemwegserkrankung oder geschwächtem Immunsystem

Kleine, oberflächliche Stellen bis etwa 0,5 m² können nach Empfehlung des Umweltbundesamts selbst entfernt werden – mit Handschuhen, Feinstaubmaske und 70- bis 80-prozentigem Alkohol, vorausgesetzt, die Ursache ist bekannt und behoben.

Unser Vorgehen.

Als DEKRA zert. Sachverständiger für Schimmelpilzschäden arbeitet Holger Baumann nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts.

Gespräch und Unterlagen

Wo, seit wann, wie groß? Gibt es Beschwerden, Wasserschäden oder Umbauten?

Ihr Beitrag: Fotos, Baujahr und Angaben zu Lüftung und Heizung.

Ortsbesichtigung

Begutachtung des Befalls und der Umgebung, auch an verdeckten Stellen.

Ursachen messen

Zerstörungsfreie Feuchtemessung bis 30 cm Tiefe, Oberflächentemperaturen und Raumklima.

Proben, wo nötig

Materialproben oder Luftmessungen, wenn verdeckter Befall vermutet wird oder Art und Umfang geklärt werden müssen.

Bewertung und Sanierungskonzept

Bewertung nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts: was entfernt werden muss, welche Schutzmaßnahmen nötig sind und wie die Ursache beseitigt wird.

Ihr Nutzen: Eine klare Grundlage für Handwerker, Vermieter oder Versicherung.

Begleitung und Erfolgskontrolle

Auf Wunsch begleiten wir die Sanierung und prüfen am Ende, ob sie erfolgreich war.

Häufige Fragen.

Ist Schimmel immer gefährlich?+

Nicht für jeden gleich. Gesunde Menschen reagieren oft gar nicht, andere mit Reizungen oder Allergien. Für Risikogruppen kann Schimmel ernsthafte Folgen haben. Beseitigt werden sollte er in jedem Fall.

Woran erkenne ich verdeckten Schimmel?+

Typisch sind ein muffiger, erdiger Geruch, Stockflecken, sich lösende Tapeten oder Beschwerden, die außerhalb der Wohnung nachlassen. Eine Untersuchung mit Feuchtemessung und gegebenenfalls Proben schafft Klarheit.

Bringt eine Luftmessung immer etwas?+

Nicht immer. Bei sichtbarem Befall mit bekannter Ursache ist sie meist überflüssig. Sinnvoll ist sie vor allem bei Verdacht auf verdeckten Befall oder zur Erfolgskontrolle nach einer Sanierung.

Wer ist schuld – Mieter oder Vermieter?+

Das lässt sich erst sagen, wenn die Ursache geklärt ist. Oft wirken bauliche Mängel und Nutzung zusammen. Unser Gutachten schafft eine sachliche Grundlage für das Gespräch.

Reicht es, den Schimmel zu entfernen?+

Nein. Solange die Feuchtequelle besteht, kommt er wieder. Erst die Ursache beseitigen, dann befallenes Material fachgerecht entfernen und die Wirkung kontrollieren.

Weiterführende Informationen.

Offizielle Quellen zu Schimmel und Gesundheit. Die Links öffnen sich in einem neuen Fenster.

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